5-Minuten-Check nach einem Sturm – Was Eigentümer jetzt kontrollieren sollten
Der Himmel ist wieder blau – aber ist wirklich alles in Ordnung?
Nach einem Sturm sieht das Grundstück auf den ersten Blick oft völlig normal aus. Die Gartenmöbel stehen noch an ihrem Platz, die Mülltonnen sind nicht umgefallen und auch auf dem Rasen liegt nur ein kleiner Ast.
Genau dann lohnt sich ein genauerer Blick.
In unserer täglichen Arbeit erleben wir immer wieder Situationen, in denen größere Schäden nicht sofort sichtbar waren. Ein gelockerter Ast, eine verschobene Dachrinne oder ein abgesackter Zaunpfosten fallen häufig erst beim zweiten Hinsehen auf.
Deshalb empfehlen wir nach jedem stärkeren Sturm einen kurzen Rundgang über das Grundstück.
1. Blick nach oben
Bevor Sie auf den Boden schauen, lohnt sich ein Blick in die Baumkronen.
Achten Sie auf:
- angebrochene Äste
- schief hängende Äste
- lose Baumkronen
- abgestorbene Bereiche
- ungewöhnliche Spannungen im Astwerk
Wichtig: Versuchen Sie niemals, lose Äste selbst zu entfernen, wenn dafür Leitern oder spezielle Geräte erforderlich sind.
2. Dachrinnen und Fallrohre kontrollieren
Starker Wind transportiert erstaunliche Mengen an Laub und kleinen Ästen.
Kontrollieren Sie deshalb:
- Dachrinnen
- Fallrohre
- Regenabläufe
- Entwässerungsrinnen
- sichtbare Befestigungen
Bereits kleine Verstopfungen können später bei Starkregen zum Problem werden.
3. Wege und Einfahrten prüfen
Stürme hinterlassen nicht immer große Schäden.
Oft sind es Kleinigkeiten:
- lose Pflastersteine
- heruntergefallene Äste
- rutschiges Laub
- beschädigte Einfassungen
- verschmutzte Abläufe
Gerade Hauseingänge und häufig genutzte Wege sollten frei und sicher begehbar sein.
4. Zäune und Tore kurz überprüfen
Wind belastet insbesondere ältere Zaunanlagen stärker, als man häufig vermutet.
Ein kurzer Test genügt oft:
- sitzt der Pfosten fest?
- schließt das Tor sauber?
- haben sich Schrauben gelockert?
- sind Beschädigungen sichtbar?
Je früher kleine Veränderungen erkannt werden, desto einfacher lassen sie sich meist beheben.
5. Garten nicht sofort aufräumen
Das klingt zunächst ungewöhnlich.
Unsere Empfehlung lautet häufig: Erst schauen, dann aufräumen.
Wer sofort beginnt, Äste und Laub zu beseitigen, übersieht manchmal die eigentliche Ursache oder verdeckte Schäden.
Gehen Sie deshalb zunächst einmal langsam über das Grundstück und verschaffen Sie sich einen Überblick.
Unser Praxistipp
Ein Smartphone kann bei einem Kontrollgang sehr hilfreich sein.
Fotografieren Sie auffällige Stellen. So lassen sich Veränderungen später besser vergleichen und dokumentieren.
Gerade bei wiederkehrenden Problemen entsteht mit der Zeit ein guter Überblick über den Zustand des Grundstücks.
Was wir immer wieder beobachten
Nach Stürmen konzentrieren sich viele Eigentümer auf die offensichtlichen Schäden.
Die eigentlichen Probleme entdecken wir jedoch häufig an ganz anderer Stelle:
- leicht gelockerte Dachrinnenhalter
- verschobene Zaunelemente
- beschädigte Fallrohre
- lockere Äste
- teilweise verstopfte Abläufe
Nichts davon wirkt spektakulär – kann aber später deutlich mehr Aufwand verursachen.
Fazit
Ein kurzer Kontrollgang nach einem Sturm dauert oft nicht länger als fünf Minuten. Diese Zeit ist gut investiert, denn viele kleine Schäden lassen sich frühzeitig erkennen und beobachten. Aufmerksamkeit ersetzt zwar keine Reparatur, verhindert aber häufig, dass aus einer Kleinigkeit ein größeres Problem wird.
